Von der weitesten Auswärtsfahrt der Saison nehmen die Herren der HSG Isar-Loisach zwei Punkte mit: Am Ende stand gegen die SG Kempten-Kottern II ein 35:27-Sieg.

„Das erwartet schwere Spiel“ hatte HSG-Trainer Markus Goblirsch im Allgäu gesehen. Die SG Kempten-Kottern II gilt als ein Gegner, der gerade daheim unangenehm werden kann. In der vergangenen Bezirksliga-Saison hatte die HSG eine Niederlage hinnehmen müssen. Hinzu kamen dieses Mal die Ausfälle von drei Spielern und eine für die Liga unübliche stark negative Stimmung der dortigen Fans gegenüber dem Gegner und den Schiedsrichtern. „Ich bin froh, dass die Mannschaft ruhig geblieben ist und sich auf ihr Spiel konzentriert hat“, betont Goblirsch.

Das war in der Anfangsviertelstunde ausgeglichen, mit leichten Vorteilen für die Gastgeber. Abwehr, Spielzüge, Gegenstöße – noch saßen die Abläufe der HSG Isar-Loisach nicht richtig. Die SG Kempten-Kottern II nutzte das aus. Beim 7:7 nach 15 Minuten folgte dann die Wende. Die HSG Isar-Loisach konnte innerhalb weniger Minuten auf 13:9 davon ziehen. Auch beim 16:12 zweieinhalb Minuten vor dem Halbzeitpfiff sah es nach einer zufriedenstellenden ersten Hälfte aus. „Dann haben wir für eine kurze Zeit den Faden verloren, vorne wie hinten“, moniert Trainer Goblirsch. Der Wille der Mannschaft war groß, mit dem Vier-Tore-Abstand in die Pause zu gehen – dabei verlor die HSG die Übersicht.

Wir haben uns nicht abschrecken lassen

Plötzlich stand es nur noch 16:14 und die HSG Isar-Loisach bekam mit dem Pausenpfiff einen letzten direkten Freiwurf. Rückraumspieler Florian Seemann traf bei seinem Versuch einen Gegenspieler und sah dafür die Rote Karte. „Die Schiedsrichter haben das damit begründet, dass der andere Spieler nicht gesprungen ist, sich also nicht bewegt hat“, erklärt Goblirsch. Es war der nächste Dämpfer kurz vor der Pause. Die Umstände waren für die Gäste nicht günstig, doch die Pause kam zur rechten Zeit. „Wir haben die Halbzeit analysiert und herausgehoben, wie wir unser Spiel aufziehen wieder besser aufziehen können“, berichtet Goblirsch. Natürlich habe das auch die Abwehr betroffen, die bis dahin 14 Tore hinnehmen musste.

Die HSG Isar-Loisach startete nach Wiederanpfiff einen 5:2-Lauf. Den beim 21:16 erlangten Vorsprung gab die HSG Isar-Loisach nicht mehr her. Die Mannschaft hat auch von sieben Toren per Siebenmeter profitiert. Diese resultierten aus stetigen Fouls der Gastgeber bei Wurfversuchen. „Auch das haben wir gut gemacht“, stellt Goblirsch fest. „Wir haben uns nicht abschrecken lassen und weiter unsere Torchancen gesucht. Die Tore haben wir dann eben über den Umweg gemacht.“ Wichtig sei dabei auch gewesen, auf eine volle Bank zurückgreifen zu können. „So haben wir den Druck auf den Gegner aufrecht erhalten können.“

Die SG Kempten-Kottern II versuchte es im weiteren Spielverlauf noch mit mehreren Abwehr-Formationen, doch die HSG Isar-Loisach ließ sich das Spiel nicht mehr nehmen. Beim 29:21 schien die Partie entschieden, doch die Gastgeber kamen noch einmal auf fünf Tore heran. Nach dem letzten Aufbäumen zog die HSG Isar-Loisach wieder davon zum 35:27-Endstand. Durch den Sieg bleibt die HSG Isar-Loisach in der jungen Saison nach vier Spielen auf Platz eins. Am kommenden Samstag gastiert mit dem TSV Ottobeuren II (20 Uhr, Wolfratshausen) der Viertplatzierte der Bezirksliga.

Es spielten:

Im Tor: Jörg Aßmayr

Im Feld: Sebastian Raviol (9/7), Markus Hohenreiter (3), Florian Seemann (2), Leonhard Augustin (1), Philip Teubert (6), Marius-Christian Eick (1), Frank Gromen (7), Konstantin Seemann (3), Martin Veseli, Florian Bauer (3), Simon Herrmann